Die Haut und deren Wundheilung

Die Haut ist als komplexe Einheit und Bestandteil des menschlichen Körpers zu betrachten.
Sie ist mit ca. 2qm Fläche das größte Organ des Körpers und übernimmt sehr viele Funktionen.

Rezeptoren und Aufgaben der Haut:

Die sensorischen Rezeptoren der Haut sind Zellen die auf Empfang bestimmter Reize spezialisiert sind.

– Mechanorezeptoren (für Tasten, Berühren und Druck)

– Meissner-Körperchen, Haarfollikelrezeptoren, Merkel-Tastscheiben und den Vater-Pacini-Lamellenkörperchen

– Thermorezeptoren (für Kälte- und Wärmeempfindung)

– Krause-Endkolben und Ruffini-Körperchen

– Schmerzrezeptoren

Aufbau der Haut

Die Haut besteht wie beschrieben aus drei Schichten: Oberhaut, Lederhaut, Unterhaut

medico-hautquerschnitt

1.) die Oberhaut (Epidermis)
Sie ist ungefähr 0,1-0,7 mm dick und besteht aus bis zu fünf Schichten, die einer Balsamembram aufliegen:

– der Basazellschicht (Stratum Basale)
Sie sitzt einer Basalmembram auf, die ihrerseits an der Lederhaut grenzt. Letztere dringt mit kleinen regelmäßigen Ausstülpungen (Papillen) (prismatische Zellen mit basophilem Zytoplasma) in sie ein. Zwischen ihnen eingestreut finden sich kleine helle Zellen mit kleinen chromatindichten Kernen, die melaninproduzierenden Melanozyten.

– der Stachelzellschicht (Stratum Spinosum)
Sie gehört zusammen mit der Basalzellschicht zu den untersten Schichten, da hier die Zellbildung stattfindet nennt man sie Keimschicht. Dieser Vorgang ist sehr strahlenempfindlich, deshalb sind in der Keimschicht Melaninzellen (Pigmentzellen) eingelagert, die einen braunschwarzen Farbstoff enthalten, der ultraviolette Lichtstrahlen abfängt. Das Stratum Spinosum hat seinen Namen von den stachelartigen Interzellularbrücken zwischen den Zellen, die hier mehr Zytoplasma besitzen, das blass eosinophil ist.

– der Körnerzellenschicht (Stratum Granulosum)
Sie besteht in den meist dichtliegenden Zellen aus platten Zellen, die Körner (Keratohyalinkörnchen) enthalten, in denen sich ein Vorstadium von Horn befindet.

– der Glanzschicht (Stratum Lucidum)
Sie kommt nur an dicken Epidermisschichten vor, wie Hohlhand und Fußsohle. Sie enthalten eine stark lichtbrechende Substanz, eine Zwischenform von Keratohyalin zu Horn, das Eleidin.

– der Hornschicht (Stratum Corneum)
– der Hornschicht (Stratum Corneum)

2.) der Lederhaut (Corium, Dermis)
Sie schließt sich nach innen an die Oberhaut an und ist ungefähr 1-2 mm dick. Sie besteht aus 2 Schichten, und enthält Nerven, Blut- und Lymphgefäße.

– Papillarkörper (Stratum Papillare)
Sie ist mit der darüber liegenden Oberhaut mit Papillen verzahnt. Die Rillen die an der Hautoberfläche erscheinen sind Bindegewebszapfen und in einem bestimmten Muster angeordnet (z.B. der menschliche Fingerabdruck).

– Netzschicht (Stratum Reticulare)
Sie ist die an elastischen Fasern reiche Bindegewebsschicht.

3.) das Unterhautgewebe (Subcutis)
Sie verbindet die Lederhaut mit dem darunter liegenden Gewebe. Ist reich an Fettzellen, da es als Nahrungsreserve, zur Wärmeisolierung und zur Polsterung dient.

…Desweiteren

Schleimhaut (Mukosa, Tunica Mucosa)
Man findet sie im Mittelohr und am Auge. Sie ist die sogenannte Innenauskleidung des Atem-, Verdauungs- und Urogenitaltraktes. In der aus 2 Schichten bestehenden Schleimhaut befinden sich Becherzellen, die den Schleim absondern, und sekretbildende Zellen.

Epithelgewebe (Deckgewebe, Epithelium)
Ist der äußerliche Bezug der Schleimhaut der nicht verhornt.

Bindegewebe (Lamina propria mucosae)
Hier befinden sich zahlreiche Blut- und Lymphgefäße und Nerven


Die Wundheilung

Auf Veränderungen der äußeren Schutzschicht reagiert die Haut mit wichtigen Symptomen je nach Beschaffenheit der Haut mit leichter bis mittlerer Rötung, sowie leichter Schwellung. Auch ein Ziehen und Erwärmung sind Folge der Verletzung. Teilweise auch leichter Ausschlag. Da der Körper lediglich mit der Bildung seiner eigenen Abwehrmechanismen, die der Beseitigung der Verletzung beitragen, beginnt, ist hier kein Grund zur Beunruhigung gegeben. Aufgrund der Zellteilung nach Verletzung der Haut kommt es zur Vermehrung von Bindegewebs- und Epithelzellen und von Kapillaren. Kommt es zu einer Schädigung der Papillenspitzen der Lederhaut ist eine vollständige Ausheilung ohne Narbenbildung möglich. Die Regeneration erfolgt von der Keimschicht.

Wird die Lederhaut tiefgreifend zerstört, so erfolgt die Ausheilung mit Narbenbildung, da die ursprüngliche Oberflächenstruktur der Haut nicht mehr hergestellt werden kann.



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