Titan

Titan ist das Wundermetall des Technologiezeitalters mit einer Vielzahl von faszinierenden Eigenschaften (in unzähligen Formen). Es wird in vielen Bereichen wie die Panzerung militärischer Fahrzeuge, Bau von Unterseebooten, Computer Chips, architektonischen Rekonstruktionen (z.B. Pantheon), Lagerbehälter für radioaktives Material, […], medizinische Geräte, Schrittmacher, Herzklappen und vielen anderen Gebieten angewendet. Eine innovative Titan-Nickel Legierung kann sich tatsächlich an seine ursprüngliche Form erinnern und sich selbst nach beträchtlicher Verformung in diese zurückbilden. Die Energie, die benötigt wird, um eine Tonne Titan aus seinem Erz zu gewinnen, ist um das 16fache höher als man für eine Tonne Stahl benötigt, was sich auf den Marktpreis auswirkt. Titan spielt jetzt auch auf dem Piercingschmuckmarkt eine entscheidende Rolle.

Aufgrund von 3 Hauptcharakteristika löst Titan mehr und mehr rostfreies Edelstahl als meist verlangtes Metall in der Piercing-Industrie ab. Es ist um die Hälfte leichter als Stahl, kann anodisiert werden (bietet also ein weites Spektrum an Oberflächenfarben) und ist nickelfrei (Vorraussetzung für die Eignung als Ersteinsatzschmuck), doch nicht alle Grade von Titan kommen als Material für Piercingschmuck in Frage.

In der Tabelle der Elemente findet man Titan unter der Nummer 22, sein chemisches Kürzel ist Ti. Titan wird in unterschiedlichen Formen verarbeitet. Der aktuelle Titan-Leitfaden umfasst z.Zt. etwa 1000 Seiten. Herzklappen, Schrittmacher und Prothesen werden aus Titan Grad 23 hergestellt und sind erfolgreich in Millionen von Menschen implantiert worden. Seine Biokompatibilität ist international anerkannt. Grad 23 Titan hat den Präfix „F“ in der ASTM (F-136). Dies bedeutet, dass es den höchsten Status bei medizinischen Materialien hält. Momentan existiert keine höhere Qualifikation.

Die Oberflächenbeschaffenheit des Materials ist von immenser Wichtigkeit bei körperinternen Anwendungen. Titan mit grober Oberfläche wird bei dentalen Rekonstruktionen verwendet, da es sich ohne weitere Beschichtung mit dem Knochen „verbindet“. UNPOLIERTES TITAN DARF NICHT FÜR PIERCINGS BENUTZT WERDEN! Unpoliertes, schlecht poliertes oder Titan mit rauer Oberfläche kann beim Körpereinsatz beachtliche Probleme mit sich bringen. Der zahnmedizinische Standard kann nicht ohne weiteres für den Körpereindringenden Einsatz übernommen werden (es sollte keine Reaktion des Metalls und des Gewebes vorkommen). Grade 23 Titanium verfügt über eine Oxydschicht, die beinahe dreimal so stark ist, wie bei Titan des Grad 1. Durch diese Oxydbeschichtung wird das Material passiver und korrosionsresistenter. Auch ist G 23 Titan nur halb so schwer wie Niobium und erheblich härter. Aus all diesen Faktoren resultiert eine längere und bessere Farbperformance.

Die Entscheidung über die Klassifizierung des Titans als Körperimplantat sollte wohlüberlegt sein. Laut Dokumenten, die für ein internationales Symposium über Biomaterialien veröffentlicht wurden, rangiert Titan unter den fünf besten körperverträglichen Elementen, die auf der Erde vorkommen (die vier anderen sind: Niobium, Zirkonium, Tantalum und Platinum). Trotzdem muss beachtet werden, dass verschiedene Legierungen und Klassifizierungen unterschiedliche Eigenschaften haben und besonders bei Körperschmuck muss auf die Spezifikation geachtet werden. Vorsicht bei Schmuck, bei dem das Material nur als Titan bezeichnet wird, eine Spezifikation sollte immer angegeben werden. Da Titan ein reaktives Metall ist, kann es durch chemische Elektrolyse anodisiert werden, wobei eine dünne Oxydschicht entsteht. Das eigentliche Material verändert seine Farbe nicht. Das durchsichtige Oxyd erzeugt Interferenzfarben und durch die Besonderheit des Lichteinfalls entsteht bei Reflektion und bei Brechung der Eindruck einer farblichen Veränderung. Diese wird durch die Reflektion von weißem Licht durch die Ti-Oxydschicht hervorgerufen, ähnlich wie bei einem Ölfilm auf einer nassen Straße. Die anodisierte Schicht ist völlig verträglich, da es sich um Ti-Oxyd handelt. Die hierdurch erzeugten Farben sind nicht permanent.

Grad 23 Titan ist nickelfrei und kann für primäre Piercings entsprechend der EU Nickel Richtlinien eingesetzt werden. Anerkannte medizinische Studien (Spectochemische Analyse) zeigen, dass das Gewebe in Kontakt mit G1 Titan permanent geschwärzt werden kann aufgrund der niedrigeren Härte und geringeren Abriebfestigkeit des unlegierten Materials. Grad 23 Titan wurde von der Vereinigung Professioneller Piercer Amerikas als das Material eingestuft, welches für den Ersteinsatz beim Piercen geeignet ist.


Zwecks Quellenangabe: bitte im Anhang schauen.